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“Über den Zaun …” – Abschlußbetrachtung zu einem ungewöhnlichen Seminarwochenende

Samstag, 1. Oktober 2011 22:01

Am letzen Wochenende im September (24./25.) wurde eine Idee, die Jochen Wolfgramm, Lehrer und Leiter der Bailung Schule Osnabrück  und ich schon seit Monaten geplant hatten, endlich verwirklicht: Ein Seminar, bei dem es darum ging, den SchülerInnen der beiden Schulen die Gelegenheit zu geben, einmal in konzentrierter Form einen Einblick in den Stil bzw. den Unterrichtsaufbau der jeweilig anderen zu bekommen. Das an sich ist nicht unbedingt etwas Neues – ungewöhnlich daran war, daß wir, die Lehrer, unsere Schulen für einen Tag “tauschten”.

SAMSTAG

Jochen, unterstützt von seinem langjährigen Schüler Marvin, war dann also am Samstag Gastreferent bei uns und stellte primär das Babu Tanglangquan (8 Schritte Gottesdanbeterin Gongfu) vor und gab uns darüber hinaus, als Aufwärmübung, noch eine Kostprobe des Tongbeiquan (siehe hier).

Ich dagegen hatte “frei” und konnte Jochens Unterricht, den er mit interessanten Hintergrundinformationen, praktischen Vorführungen und unterhaltsamen Anekdoten angenehm auflockerte, entspannt verfolgen sowie einige Fotos schießen.

Wie schon oben erwähnt, begann Jochen nach dem Vorstellungsteil mit 4 Grundübungen aus dem Tongbeiquan – für die meisten von uns eine völlig neue Erfahrung. Als alle auf “Betriebstemperatur” waren, ging es weiter mit Ständelaufen und Basics aus dem Babu Tanglang, immer wieder erläuternd unterstützt durch anwendungsbezogene Partnerübungen, die Jochen, assistiert von Marvin, eindrücklich demonstrierte. Zum Abschluß des Seminars unterrichtete Jochen die Qi Shou (7 Hände) – eine Basishandform aus dem Babu Tanglangquan – die er uns vom Ablauf sowie von den Anwendungen beibrachte. Zusammenfassend möchte ich sagen, daß ich Jochens Art, den Unterricht zu gestalten, sehr interessant und abwechslungsreich empfand: Er verfügt nicht nur über profunde Kenntnisse im Gongfu, sondern auch über eine gehörige Portion augenzwinkernden Humors mit einem Schuß Selbstironie – eine Eigenschaft, die ich sehr schätze; darüber hinaus ist er sehr offen für alles Neue.

Ein gemeinsames Essen – wir ließen uns leckere gebratene Nudeln von einem kleinen, aber feinen chinesischen Imbiß aus Norf schmecken – rundete den Samstag ab und wir hatten während der Mahlzeit nochmals Gelegenheit, Fragen an Jochen und Marvin zu stellen. Als Überraschungsgast erschien noch Christian Kubiak aus Herne, der sich zu unserer lockeren Runde gesellte.

Bevor ich jetzt zu meinen Erlebnissen als Gastreferent in Jochens Schule bzw. zum Fazit des Wochenendes komme, möchte ich erst noch einigen unserer TeilnehmerInnen des Seminars Raum geben, ihre Eindrücke zu schildern.

 

Christian:

Das Babu Tanglang Seminar hat sich als sehr lehrreich, anspruchsvoll und spannend herausgestellt. In 6 schweißtreibenden Stunden haben wir ein mir neues Aufwärmtraining, eine Einführung in die stilüblichen Stände sowie eine komplette (kurze) Form inklusive der daraus resultierenden Anwendungen kennenlernen und ausprobieren dürfen.

Dies wurde uns auf hohem Niveau anschaulich demonstriert sowie die Prinzipien und Techniken nachvollziehbar erklärt und mit interessanten Hintergrundinfos vermittelt, wobei auch der Humor nicht zu kurz kam.

Der Hauptaugenmerk lag insbesondere darin, das Gezeigte alleine und in Partnerübungen auszuprobieren. Das hat für meinen Teil besser geklappt als befürchtet und so war ich am Ende des Seminars erschöpft, aber happy. Mein Dank geht an Jochen Wolfgramm für seine freundliche und gelassene Art und dafür, daß er uns an seinen “geheimen” Techniken hat teilhaben lassen, an Friedhelm, der das Seminar in der Ying Men Schule ermöglicht hat und last but not least an Jochens Assistenten Marvin, der mit Engelsgeduld das frisch Erlernte an sich ausprobieren ließ.

Sabine K.:

Das Seminar zu der mir bis dahin völlig unbekannten Tang Lang Form war so gestaltet, daß sich tatsächlich ein umfangreicher Überblick über die Form bot.

Was wir selber aus Zeitmangel nicht üben konnte, hat Jochen Wolfgramm mit seinem Schüler eindrücklich vorgeführt. Das Zerlegen der von uns erlernten Teilform in die einzelnen Schritte, die gleich wieder zur direkten Anwendung in Partnerübungen führten, fand ich sehr anschaulich. Außerdem hat es natürlich Spaß gemacht.

Mit einem Augenzwinkern stellte Jochen auch die historischen Hintergründe seiner Kampfkunst vor. Besonders gut fand ich die Möglichkeit, nach dem straffen Trainingsprogramm Fragen stellen zu können. Diese sind alle, teilweise auch wieder durch Vorführung einer Form, beantwortet worden.

Das “warm up” hat mich ehrlicherweise völlig geschafft und mir ist ein guter Muskelkater an einer mir bislang noch nicht begegneten Stelle übrig geblieben. Ansonsten finde ich es immer wieder interessant, die Vielschichtigkeit des sogenannten “Kung Fu” kennenzulernen. Dies hilft auch, die Form, die man selber trainiert, mal aus einem völlig anderen Winkel zu betrachten.

Schön war auch der Abschluß bei dem wirklich vorzüglichen chinesischem Essen (natürlich sehr passend zum kulturellen Ursprung unserer Kampfkünste).

Daniel:

Mir hat das Seminar sehr gut gefallen. Ich habe viele Übungen in Verbindung mit Deinen Übungen aus unserem Unterricht gebracht, da ich denke, daß es die gleichen Prinzipien beinhaltet.

Der Aufbau des Seminars war echt sehr gut gelungen und die Zeit verging wirklich wie im Flug. Die Form habe ich zu Hause für mich mal auf Video aufgenommen, so daß ich sie gegebenenfalls üben kann. Ich fand die Form kurz und knackig und zum Üben der Prinzipien meiner Meinung nach echt gut.

Die Rückmeldung habe ich Jochen und Marvin aber auch schon gegeben. Der einzige Nachteil war, daß ich hinterher so kaputt war und noch nicht mal mehr reden wollte oder konnte. Trotzdem fand ich auch das gemeinsame Essen zum Abschluss sehr schön.

Magda:

Ich fand das Seminar gut, weil ich viele neue Ideen und Eindrücke gewinnen konnte. Besonders hat mir gefallen, daß wir die Form und direkte Anwendungen dazu geübt haben. Außerdem fand ich, daß es wie immer eine gute Gruppe und die Stimmung auch sehr schön war.

Martina:

Ich finde den Unterricht mit unterschiedlichen Lehrern immer wieder spannend und raumgebend für neue Impulse der inneren Kampfstile und wenn das Seminar dann noch so schön anwendungsorientiert ist sowie sehr gut unterrichtet, dann macht das auch noch richtig Spaß.

Oliver:

Mir hat der Samstag gut gefallen. Unser Gastdozent Jochen transportierte seine Begeisterung für seinen Stil gut rüber und er hat eine erfrischend offene Einstellung gegenüber anderen Kampfkünsten. Er hat die richtige Mischung zwischen Informationen zu seinem Stil und praktischer Anwendung der von ihm vorgestellten Techniken gefunden.

Bettina:

Es ist ja meistens spannend, über den Tellerrand zu gucken. In diesem Sinne hatte ich mich auf das Seminar mit dem Gastlehrer Jochen Wolfgramm in der Ying Men Schule richtig gefreut. Jochen verstand es dann auch außerordentlich gut, die Zeit für die verschiedenen Aspekte seines Trainings zu nutzen. Von Aufwärmübungen und einer gelungenen theoretischen Einführung zum Babu Tang Lang über konkrete Anwendungen und  interessanten Partnerübungen bis zur Vermittlung einer speziell ausgewählten Form – es wurde nicht eine Sekunde langweilig und für alles war ausreichend Platz und Zeit. So entstand eine unverkrampfte und dabei immer konzentrierte Atmosphäre, in der ich nicht nur Vorgegebenes lernen konnte, sondern auch Raum hatte, das Neue auszuprobieren. Ein sehr intensiver Tag, an dessen Ende ich mich  auch durch die abschließende gemeinsame Mahlzeit so richtig gestärkt fühlte.

Patrick:

Der “Blick über den Zaun” hat mir sehr gut gefallen. Durch die Möglichkeit, sich einmal in komprimierter Form mit einem fremden Stil zu befassen, ergab sich für mich die Situation, meine eigenen Fähigkeiten zu hinterfragen und von einem anderen Standpunkt zu betrachten.

Anja:

Hmm, mir fällt es etwas schwer, das in Worte zu fassen.

Ich kann nur sagen, dass ich es beeindruckend fand, wie viele Prinzipien sich stilübergreifend wiederfinden; nicht nur, weil ich auch einen Mantis-Stil praktiziere – über die Gemeinsamkeiten freut man sich, von den Dingen, die anders gemacht werden, kann man profitieren. Diese Art von Austausch ist viel zu selten!

Thomas:

Das Tang Lang Seminar am vergangenen Samstag war mal wieder außergewöhnlich klasse.

Nach dem ich über 20 Jahre einen anderen Tang Lang Stil bei Dir lernen durfte, war ich ziemlich gespannt auf diesen ähnlichen Stil. Meine Erwartungen wurden absolut erfüllt. Ich konnte eine Menge Parallelen zu meinem “alten” Stil finden; es machte richtig Spaß alte Bewegungsabläufe wieder zu entdecken plus neue zu erleben, was u.a. auch an den Elementen des Tongbei gelegen haben dürfte.

Jochen Wolfgramm ist ein sehr guter und sympathischer Lehrer, der seinen Stil hervorragend vermitteln konnte. Gleichzeitig war er offen für Fragen und motivierte die Teilnehmer dazu, ihre eigenen Erfahrungen in die Bewegungen einfließen zu lassen. Es war – mal wieder – ein rundum gelungenes Seminar.

Es ist nur schade, daß Osnabrück nicht um die Ecke liegt, ansonsten würde man sich sicherlich öfter wiedersehen.

Dorothee:

In kompakten 6 Stunden habe ich Einblicke in einen interessanten Stil erhalten, etwas von dessen “inneren” Qualitäten erfahren und wirkungsvolle Trainingsmethoden kennen gelernt. Dabei zeigte sich Jochen Wolfgramm als Lehrer, dem es nicht darum ging, seinen Stil als ultimativen zu verkaufen, sondern Prinzipien vorzustellen, die wir zunächst einmal kennen lernen und mit denen wir experimentierten sollten. Er begrüßte es ausdrücklich, daß wir die Übungen und Techniken mit eigenen Erfahrungen verknüpften und für uns passend machten – eine erfrischend offene Haltung, durch die ein ernsthafter Austausch möglich war.

Danke, Jochen und Marvin!

Sabine G.:

Dieses Seminar hat mich sehr begeistert. Es hat einfach Spaß gemacht, so anwendungsbezogen eine Form zu erlernen und auch einmal eine andere Herangehens- und Sichtweise kennenzulernen. Schon die Aufwärmübungen – insbesondere das “Schultergelenk massieren” und das Ständelaufen – waren eine kleine Herausforderung, die mich auch am nächsten Tag noch an das Seminar erinnert hat. Interessant war, mit all den netten Mitstreitern das Gelernte auszuprobieren und mal wieder zu sehen, daß das richtige  Distanzgefühl sich erst entwickelt, wenn man sich auf einen menschlichen Partner einstellen muß. Die anschließende Gesprächsrunde mit Abendessen war ein schöner Ausklang. Es fehlte von der Stimmung her nur das  Lagerfeuer ;-) .

Ich würde mich wirklich sehr über ein weiterführendes Seminar freuen. Danke an Jochen und Marvin für die vielen theoretischen und handfesten neuen Erkenntnisse! Und danke an Friedhelm für die Organisation!

SONNTAG

Nach einer problemlosen Autofahrt kamen Barbara und ich Osnabrück an – Jochen empfing uns gastfreundlich mit einer Tasse Kaffee und Plätzchen. Die Zeit bis zum Seminarbeginn verbrachten wir mit interessanten Gesprächen und entdeckten erneut, daß wir in vielen Punkten auf gleicher Wellenlänge waren. Indessen trudelten nach und nach die SchülerInnen ein und dann ging es los.

Ich will mich jetzt nicht in Details verlieren, wie mein Unterricht verlaufen ist – der/die geneigte LeserIn mag sich hier selber ein Bild machen. Aber ich möchte betonen, daß mir die Stunden in der Bailung-Schule wie im Fluge vergangen sind – die SeminarteilnehmerInnen waren durch die Bank motiviert, engagiert und interessiert, ein für sie vollkommen neues System kennen zu lernen und legten sich mit Begeisterung ins Zeug. Ich muß allen BailungerInnen ein Kompliment machen: Ihr wart alle wirklich voll bei der Sache und es hat mir mehr als nur große Freude bereitet, Euch an das Liuhe Bafa heran zu führen.

Wie am Samstag saßen wir hinterher in netter Runde zusammen und aßen eine Kleinigkeit, dabei gab es eine Menge Fragen, Antworten und Lachen; als wir schließlich aufbrechen mußten, fuhren wir mit dem guten Gefühl, mit sehr netten Menschen einen wirklich schönen Tag verbracht zu haben.

FAZIT

Es ist schon verwunderlich, daß selbst heutzutage nicht alle Gongfu-Lehrer so wie Jochen bzw. wenige andere mir bekannte Lehrer diese offene Einstellung zu anderen Schulen und Stilen pflegen. Wir leben schließlich im 21. Jahrhundert, die Zeit der Geheimniskrämerei, die vielleicht im alten China noch angebracht war, ist vorbei – “über den Zaun” zu blicken ist ein Konzept, an dem sich meiner Meinung nach viel mehr Lehrer, Schulen und Stile beteiligen sollten. Denn letztendlich gibt es dabei nur Gewinner, es profitieren alle Beteiligten: Etwas Neuem, Unbekannten zu begegnen erweitert den Wissenshorizont; etwas dazu zu lernen kann niemals verkehrt sein …

 

Liebe Grüße,
Friedhelm

 

Und hier nun endlich die versprochenen Bilder – viel Spaß!

 

Unser Gastreferent Jochen Wolfgramm

Einführungsvortrag über Historie und Prinzipien

Aufwärmtraining aus dem Tongbeiquan - "die Schultern massieren"

Marvin zeigt, wie's richtig gemacht wird

Ständelaufen und Basistechniken

Erklärende Vorführung zu den Basics

Kleine Korrekturen

Und immer wieder Demonstrationen zum Hintergrund der Bewegungen

Rasant!

Eine typische Mantis-Technik

Blitzschnell und wirksam sind die Techniken des Babu Tanglangquan

Die ersten Bewegungen aus der Qi Shou (7 Hände) Basisform

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Y-Day 2011 (12. bis 14. August) – eine Nachlese

Dienstag, 16. August 2011 9:53

Der Y-Day ist ein nicht-kommerzielles Open Air-Sommercamp, welches von Sonja und Martin Bergermann auf der Rheinwiese bei Remagen-Rolandswerth nun schon zum sechsten Mal veranstaltet wurde und mittlerweile unter Kampfsportlern der unterschiedlichsten Richtungen (berechtigterweise!) Kultstatus genießt.

Zahlreiche ReferentInnen stellen über die drei Tage nach einem festgelegten Stundenplan in Mini-Workshops ihre Stile vor, den TeilnehmerInnen ist es freigestellt an so vielen Einheiten mitzumachen, wie er/sie will bzw. verkraften kann.

Diesjährig standen z.B. Individual Combat System, Bujinkan Budo Taijutsu, Street Combatives, Kampfringen alter Schule, 10th Planet Brazilian Jiu Jitsu, Modern Arnis, Jeet Kune Do, Systema, Bartitsu, Halbes Schwert, Langes Schwert nach Liechtenauer, Kickboxen, S.P.E.A.R., Yoga und erstmalig Liuhe Bafa auf dem Stundenplan.

Durch die Vermittlung über Thomas Stoeppler (Danke, Thomas!), der einigen von Euch noch bestens bekannt sein dürfte, wurde ich also eingeladen, dort mein Debüt als Referent zu geben. Barbara und ich waren natürlich sehr gespannt, Sonja und Martin, mit denen ich im Vorfeld in E-Mailkontakt stand, endlich persönlich kennenzulernen; leider konnten wir aus diversen Gründen nur am Samstag teilnehmen.

Sonja und Martin sind ein herzliches, freundliches Paar, das uns auf Anhieb sympathisch war. Martin überreichte mir gleich nach der Ankunft am Vormittag eine “personalisierte” Flasche Referentenbier, ein Y-Day T-Shirt sowie das Y-Day Survival Kit, bestehend aus vielen, aber nützlichen Kleinigkeiten, die man halt bei so einer Open Air-Veranstaltung gebrauchen kann.

Am Nachmittag hatte ich dann meinen Workshop und war angenehm überrascht über die zahlreichen TeilnehmerInnen, die alle – wie ich annehmen möchte – erstmalig mit Liuhe Bafa in Kontakt kamen. Wir trainierten einige Basics wie Spiralkraft, die “Aufsteigende Welle” sowie ein paar Yi-Übungen und ich fühlte mich unter den interessierten und engagierten KampfsportlerInnen gleich wohl. Wir hatten Spaß, alle waren gut drauf und die allgemeine Atmosphäre war prima, was man vom schwül-regnerischen und überwiegend bedeckten Wetter leider nicht ganz so behaupten konnte. Aber das kratzte die Jungs und Mädels überhaupt nicht, mochte der Schweiß auch noch so reichlich fließen: Das kann bei einer Open Air-Veranstaltung schon mal vorkommen und Y-Day’ler sind schließlich nicht aus Zucker. Allerdings galt dies nicht für meine Kamera – die zickte ziemlich rum, viele Bilder sind einfach nichts geworden und obendies machte der Akku weit vor der Zeit schlapp. Immerhin konnten wir wenigstens ein paar Bilder mitbringen. Schade war außerdem, daß nur Rainer als einziger Teilnehmer “von uns” dabei war – Ihr habt da echt was verpaßt. Ihr solltet ernsthaft für 2012 einen Besuch erwägen, es lohnt sich!

Nach mir war noch “unser” Christian mit Escrima dran und dann wurde gegrillt, gelacht, palavert und das eine oder andere wohlverdiente Bierchen getrunken.

Ich hoffe, daß es den TeilnehmerInnen so viel Freude wie uns gemacht hat und vielleicht gibt es ja im nächsten Jahr ein Wiedersehen … Barbara und ich mußten leider, wie immer viel zu früh, unseren reizenden Gastgebern Adieu sagen – Danke für alles, Sonja und Martin!

 

P.S.: Hier noch der erste Clip vom Y-Day

 

Die sehr schöne Umgebung ist ein beliebtes Ausflugsziel!

Der Pavillon mit dem unübersehbaren Y-Day Logo

Erste Versuche

Spirale, Strukturtest und Rooting

Interessante Fragen wurden gestellt

Push mit Spiralkraft

Eine andere Perspektive - ganz links übrigens Thomas, dem ich die Einladung zu verdanken habe

Yi-Anwendungsbeispiel - man beachte mein zünftiges Y-Day T-Shirt!

Alle übten fleißig!

Martin (genannt der Yalcinator - leider das einzige brauchbare Bild, was ich von ihm habe) stellt Christian vor

Christian legt los

The last (or lost?) Samurai

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Seminar Kurzstock-Techniken und Anwendungen aus dem Hsiang Chia (Xiangjia)

Montag, 25. Juli 2011 18:39

Nach recht langer Zeit (das letzte Seminar dieser Art fand im April 2008 statt) habe ich mich entschlossen, endlich wieder einmal den Kurzstock öffentlich zu unterrichten und so fanden sich am letzten Samstag (23.07.2011) trotz der gerade beginnenden Schulferien bzw. der anlaufenden Urlaubssaison in unseren Räumlichkeiten immerhin noch 9 interessierte TeilnehmerInnen ein (2 weitere TN sagten leider kurzfristig ab), um die Techniken und -Anwendungen kennen zu lernen.

Diese Techniken sind in ihrer Art sehr speziell und sollten nicht mit z.B. dem Stockkampf der philippinischen Kampfkünste Arnis/Escrima oder dem Palmstick verwechselt werden. Der Kurzstock ist im Original je nach Körpergröße zwischen 30 bis 50 cm lang und hat einen Durchmesser um die 3 bis 4 cm; es gibt im Original Ausführungen in Hartholz oder – seltener – in Metall und er wurde ehemals im Gongfu-Stil der Hsiang-Familie zu den speziellen “verborgenen” bzw. “verbotenen” Waffen gezählt. Es gibt Formen mit einem oder zwei Kurzstöcken – ich habe sie aber bisher noch nie unterrichtet und sie sollten auch diesmal nicht Gegenstand des Seminars sein.

Stattdessen wurden die verschiedenen Haltungsvarianten des Stocks sowie die wichtigsten Schlüsselworte wie z.B. Deuten, Rollen, Fangen, Quetschen, Hämmern, Schlagen, Stoßen, Umwinden, Aufgabeln, Hebeln und Verschließen vorgestellt – man kann allein schon daran erkennen, daß es um viel mehr ging als schlichter “Knüppel aus dem Sack” … Parallel dazu wurden gleich auch die sich daraus ergebenden  Anwendungsmöglichkeiten dieser sehr praxisorientierten Prinzipien in unterschiedlichen Situationen trainiert und wie die TeilnehmerInnen zu ihrer Überraschung feststellen mußten, ist der Kurzstock wirklich sehr vielseitig einsetzbar; sie hatten, je nach Übung, den Eindruck, über ein zusätzliches Gelenk im Arm zu verfügen. Die vorgestellten Techniken haben auch heutzutage als Möglichkeiten zur Selbstverteidigung mit einem adäquaten Alltagsgegenstand absolut nichts von ihrer Aktualität verloren, Angriffspunkte sind z.B. Hals und Genick, Gelenke, Muskeln und Sehnenansätze sowie weitere empfindliche Punkte des Körpers.

Darüber hinaus war als Besonderheit die (stilübergreifende) Führung des Stocks nach den Prinzipien der “Aufwandslosen Bewegung” anhand einfachster Übungen ebenfalls Bestandteil des Seminars. Die Erkenntnis, daß man bei entsprechend bruchloser Bewegungsaussteuerung, also unter Nutzung der Gravitation und der Anatomie, den Stock z.B. nicht mehr schlagen muß, sondern nur noch lenken, löste bei den TeilnehmerInnen Verblüffung aus. Der “Verlust” der dabei normalerweise auftretenden, gewohnten Körperwahrnehmungen, die im Grunde nichts anderes sind als zwangsläufige Begleiterscheinungen überflüssigen Aufwands, war zunächst für alle natürlich schon irritierend, aber es wurde schon recht bald eine Maximierung der Schlagwirkung um ein Vielfaches festgestellt.

Zusammenfassend darf ich wohl sagen, daß es ein schönes Seminar war – wir trainierten fleißig, aber hatten auch viel Spaß und alle konnten viele neue Ideen sowie Einsichten mit nach Hause nehmen. Außerdem ließen die TeilnehmerInnen erkennen, daß diese speziellen Seminarthemen ihr Interesse geweckt haben – vielleicht ergibt sich ja nach unserer Sommerpause eine weitere Gelegenheit …

Friedhelm

Bitte vormerken:

Ein Seminar der besonderen Art:
ÜBER DEN ZAUN … (24./25. September 2011)
Offener schul- und systemübergreifender Workshop, weitere Infos hier!

 

Basisübungen - erste Versuche

Hebeln mit dem Kurzstock

Abwehr und hämmern

Ansatz und ...

... beenden!

Abwehr eines Trittes mit gleichzeitigem Konter

Hier eine andere Perspektive

Warum ist es so plötzlich so dunkel?

Auch das gehört dazu - Klopfmassage mit dem Kurzstock

Hier im Detail

Führung des Stocks durch "Aufwandslose Bewegung" - erste Versuche

Schlagtraining - so schnell, da kommt selbst die Kamera nicht mehr mit!

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The Talons of the Eagle

Montag, 11. Juli 2011 9:21

Die Krallen des Adlers – Ying Zhao Fan Zi Men-Lehrgang in Herne

Gestern (09.07.2011) folgte ich wieder einmal nur zu gerne der Einladung von Christian Kubiak, Lehrer und Leiter der Kung-Fu Schule Herne. Anlaß war diesmal ein ganz besonderes Ereignis – zum ersten Male fand dort ein Seminar im Ying Zhao Fan Zi Men (Adlerklauen-Stil nach Großmeister Lau Fat Mang) statt. Referent (und ebenfalls zum ersten Male in Deutschland) war Sifu Julian Dale aus Maidenhead (England), direkter Schüler von Meisterin Gini Lau, der Tochter des GM Lau Fat Mang.

Christian Kubiak Laoshi und Julian Dale Laoshi empfingen mich herzlich am Eingang der Unterrichtsstätte und dann ging es nach einem kurzen Begrüßungsgespräch auch schon los – Sifu Julian Dale führte die TeilnehmerInnen zunächst in die von ihm geplante Seminarabfolge ein, was einige Überraschung auslöste, denn er versprach wenig zu machen, aber davon viel … auf dem Plan standen, für Samstag und Sonntag, die 8 Basisstände des Ying Zhao Fan Zi Men sowie die 8 Basistritte und die 8 Basisfausttechniken – ich werde hier nur über den Samstag berichten.

Wer nun glaubt, daß das ein langweiliges Programm sei, der wurde rasch eines Besseren belehrt: Sifu Dale erklärte die Prinzipien der einzelnen Stände äußerst exakt und ausführlich, dabei vermittelte er den Stoff jedoch keineswegs langweilig. Für die TeilnehmerInnen gab es jede Menge Aha!-Erlebnisse, insbesondere, als es dann ans Üben ging. “Öde” Basistechniken wurden, Dank  Sifu Dales interessanter (und auch spannender!) Art und Weise zu unterrichten, zu einer echten Herausforderung – und das nicht nur auf der intellektuellen Ebene.

Dale Laoshi baute das Training sehr gekonnt in einer didaktischen Stufenleiter von unten nach oben, von den Ständen zu den Kicks und schließlich zu den Fausttechniken auf, die TeilnehmerInnen mußten z.B. das eben Gelernte einzeln vormachen und sich der Überprüfung durch ihre MitschülerInnen stellen. Auch fragte Dale Laoshi akribisch nach bis er sicher sein konnte, das alle alles verstanden hatten und seine Vorführungen der verschiedenen Techniken waren von Eleganz, Präzision und Kraft geprägt; es war ein Vergnügen, ihm dabei zuzusehen. Dadurch angespornt legten sich alle SchülerInnen noch mehr in die Riemen, wie der reichlich strömende Schweiß bewies.

Am Ende des Seminartages wurde der Grill angeschmissen und nicht nur die TeilnehmerInnen widmeten sich müde, aber stolz auf ihre Leistung ausführlich dem gesellschaftlichen Teil, auch ich hatte reichlich Gelegenheit, mit Julian Dale Laoshi und Christian Kubiak Laoshi lange, gute und interessante Gespräche zu führen; wir merkten sehr schnell, daß zwischen uns dreien die Chemie stimmte. Sifu Dale ist ein sehr offener, humorvoller und freundlicher Mensch, der trotz seiner profunden Kenntnisse sowie Fertigkeiten, die sich längst nicht nur auf den Adlerklauen-Stil beschränken, auf dem Boden geblieben ist. Christian Kubiak Laoshi muß ich, denke ich, hier nicht mehr vorstellen – schließlich war und ist er ein immer willkommener Gast in unserer Schule.

Als ich dann schließlich nach diesem schönen, erlebnisreichen Tag aufbrechen mußte tat ich das mit Bedauern, aber auch in der Hoffnung auf ein Wiedersehen.

Mein spezieller Gruß geht an die SchülerInnen der Kung-Fu Schule Herne und ihrem Lehrer Christian Kubiak – Danke für alles!

Friedhelm

P.S.: Einen weiteren und ausführlicheren Bericht findet Ihr hier.

Nun ein paar Bilder vom Seminar:

Sifu Julian Dale - Ying Zhao Fan Zi Men

Einweisung und erste Erklärungen

Ma Bu - "der" Gongfu-Stand schlechthin

Feinkorrekturen

Perfekter Stand!

Hilfestellungen

So muß ein Kick aussehen!

... und nun üben!

Vormachen unter den kritischen Blicken der MitschülerInnen

... und nun wieder alle

Detailkorrektur bei den Fauststechniken

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Kleine Rückschau auf unser Pfingst-Intensivseminar 2011

Mittwoch, 15. Juni 2011 21:49

Den Begriff Gongfu (vielen besser bekannt als Kung Fu) kann man u.a. mit “hart arbeiten” übersetzen – und hart gearbeitet haben alle TeilnehmerInnen des diesjährigen Liuhe Bafa Intensiv-Pfingstseminars, das nun schon immerhin zum vierten Male stattfand.

Trotz des leidlich guten Wetters und trotz der Feiertage fand sich eine Gruppe von ernsthaft Interessierten ein, die in der Zhuji und den LHBF-spezifischen Prinzipien korrigiert und weiter unterwiesen werden wollten. Der Teilnehmer mit dem weitesten Anfahrtsweg war unbestritten unser “Auswanderer” Philipp, ein Schüler unserer ersten LHBF-Generation und darüber hinaus einer meiner “ältesten” Schüler – vielleicht denkt er ja darüber nach, in seiner neuen Wahlheimat Island eine eigene Schule zu gründen … wir werden sehen. Aber auch aus Köln und Wolfsburg kamen Besucher – Bettina und Marc waren nicht zum ersten Male zu Gast bei uns.

Am ersten Tag stand ausschließlich die Form im Vordergrund, trainiert wurde traditionell, d.h., jede/r übte für sich und erlernte jeweils eine angemessene Anzahl an neuen Bildern; Susanne sowie Daniel und Markus konnten sogar die erste Hälfte der Form komplett abschließen.

Am zweiten Seminartag wurden die TeilnehmerInnen nach einer kurzen Wiederholung der Form in die Besonderheiten des Roushou (“Fühlende Hände”) – eine der LHBF-Partnerübungen, vergleichbar mit dem aus dem Taijiquan stammenden, bekannteren Tuishou (“Schiebende Hände”), eingeführt. Auch hier gab es eine Menge an Neuem zu lernen; unterstützt von einem gerütteltem Maß an Theorie wurde – mit viel Spaß und Lachen – gleich praktisch ausprobiert und es verblüffte alle schon sehr, mit welch geringem Aufwand ein gutes Rooting sowie recht beachtliche Wirkkräfte generiert werden konnten.

Montags ging es nochmal richtig ans Eingemachte – Zhuji intensiv. Man merkte den TeilnehmerInnen schon ihren Einsatz während der vorangegangenen zwei Tage an, aber schlappmachen kam nicht in Frage.

Unterm Strich kann man sagen, daß alle mit einer Menge an neuem Material und Erkenntnissen am Ende des Seminars müde, aber zufrieden nach Hause gehen konnten – und es wurden schon die ersten Stimmen laut, die nach einem 5. Intensivseminar Pfingsten 2012 fragten …

Last but not least ist es mir ein Vergnügen, an die TeilnehmerInnen ein dickes Lob auszusprechen: Ihr wart alle wirklich sehr fleißig und habt intensiv trainiert; es war schön, mit Euch zu arbeiten!
Friedhelm

 

1. Tag - alle arbeiten an der Form

Catch a little star and put in in your pocket ...

Bild 23 - Beamte im "gehobenen" Dienst

Sabine und Susanne laufen synchron

Daniel arbeitet am Feinschliff

2. Tag - ein wenig Theorie muß sein

Sascha steht erst unter Druck ...

... und dann unter Zugzwang

Und jetzt das Erlernte umsetzen

Heinz testet mit Bettina aus ...

... gut aufgepaßt!

Freies Schubsen ...

Markus und Sascha "spielen" Roushou ...

... scheint Spaß zu machen!

Ja klar, jetzt wollen natürlich alle anderen auch spielen

3. Tag - Bild 20: Hohe Berge, stürzende Wasser

Gewerkschaftstreffen der Beamten des Himmels ...

Mann, bin ich platt ... da soll noch mal jemand behaupten, "innere" Stile seien nicht anstrengend

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Impressionen vom 13. Welt Taiji- und Qigong-Tag

Sonntag, 1. Mai 2011 17:38

Am gestrigen Samstag (30.04.2011) traten wir nach längerer Pause endlich wieder einmal ins Licht der Öffentlichkeit – Anlaß war der 13. Welt Taiji- und Qigong-Tag. Hier nun folgt ein persönlicher Bericht, niedergeschrieben von Barbara, über dieses Ereignis:

Seit 1998 wird dieser Tag weltweit am jeweils letzten Samstag im April als Tag der Begegnungen begangen. Taiji- und Qigong-Praktizierende unterschiedlicher Stilrichtungen trainieren auf öffentlichen Plätzen, stellen ihre Künste vor und laden dabei jeden zum Mitmachen ein, der Lust und Interesse hat.

Wie schon im letzten Jahr haben wir auch diesmal den Tag als willkommene Gelegenheit genutzt, unser Unterrichtsprogramm interessierten Zuschauern vorzustellen. Und so fanden sich am Samstagvormittag die daran teilnehmenden SchülerInnen zusammen mit Friedhelm und Christian auf dem Norfer Lessingplatz ein, um unter blauem Himmel und bei strahlendem Sonnenschein ein gemeinsames Training abzuhalten.

Wir begannen den Tag ganz traditionell mit Qigong, was sich auf der Wiese zwischen den Bäumen und erst recht bei so schönem Wetter natürlich ganz anders anfühlt als während des abendlichen Trainings in unserer Halle. Anschließend liefen wir gemeinsam einen Teil der Liuhe Bafa-Form, auch das war auf dem unebenen Grasboden eine interessante Erfahrung.

Nach Qigong und Liuhe Bafa übernahm Christian mit seiner Montagsgruppe: Sie ließen die Stöcke kreisen und gaben einen Einblick ins Lightning Scientific Arnis. Damit hatten wir den „Vorführungsteil“ unserer Veranstaltung abgeschlossen und es folgte ein sehr schönes und entspanntes freies Training auf der Grünfläche. Einzeln oder in kleinen Grüppchen wurden Form und Anwendung aus dem Liuhe Bafa sowie Techniken aus dem LSA geübt und die unterschiedlichen Trainingsgruppen vermischten sich immer mehr.

Tatsächlich wurde es ein Tag der Begegnungen ganz im Sinne der Tradition des Welt Taiji- und Qigong-Tages: Zunächst waren da die Familienmitglieder einiger Ying Men SchülerInnen, die uns bei der Aktion begleiteten und unterstützten. Anke brachte ihren Mann mit, Thomas und Sascha T. wurden von ihren Töchtern begleitet und mit Sigrids Hund Einstein hatten wir sogar vierbeinige Unterstützung.

Sehr gefreut hat uns auch der Besuch von „alten Bekannten“: Zwei ehemalige Taijiquan-Schüler der Ying Men Schule ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen und schauten vorbei. Darüber hinaus leistete uns auch ein Schüler einer befreundeten Taijiquan- und Yiquan-Schule Gesellschaft und sogar aus Aachen war ein Interessent extra angereist, um das Liuhe Bafa und uns kennenzulernen. Besonders erfreulich war auch, dass wir die Gelegenheit hatten, mit einigen Passanten ins Gespräch zu kommen und ihnen unser Unterrichtsprogramm vorzustellen.

Ich möchte mich an dieser Stelle nochmals bei allen herzlich bedanken, die uns bei diesem Event unterstützt haben:

Anke und ihr Ehemann, Annette, Barbara, Martina, Sabine, Susanne, Ute, Patrick, Sascha T., Thomas und Waleri aus den Liuhe Bafa-Gruppen sowie Sigrid, Gerd, nochmal Patrick, Sascha I. und last but not least Christian von Praun vom LSA; außerdem Dirk, der bei wichtigen Ereignissen immer zur Stelle ist und uns mit professionellem Fotomaterial versorgt sowie Norbert Göst von “meinNorf.de”.

Liebe Grüße,
Friedhelm

Und nun viel Spaß mit der Fotostrecke – es werden später noch weitere Aufnahmen folgen!

Kurz vor dem Beginn herrscht entspannte Atmosphäre.

Links neben Barbara: Überraschender Besuch lieber Freunde aus der Taijiquan-Zeit.

Gleich geht's los ...

... und Äktschn!

Qigong draußen in der frischen Luft ...

... ist einfach schöner.

Lieber Petrus, laß bitte das Wetter auch weiterhin so schön bleiben.

Unsere Gruppe mit der Zhuji ...

... vor vielen interessierten Zuschauern.

Ute und Anke begleiten mich durch das 10. Bild ...

... indessen fächern sich Sabine und Susanne warm.

Zwischendurch servieren wir den Zuschauern zur Erfrischung ein Schale Tee, ...

... bloß nicht schlabbern!

Christian legt mit seinen Leuten los (hinten links im orangen Hemd Norbert Göst von "meinNorf.de").

Dirk fotografiert Patrick, Sigrid, Sascha I. und mich, während ich Dirk fotografiere.

Sigrid probiert bei Sascha I. den Palmstick aus.

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Das Dim Mak-/Palmstick-Seminar im März – eine Rückschau

Mittwoch, 6. April 2011 18:10

Unser März-Seminar “Selbstverteidigung durch Schmerzpunkt-Techniken mit dem Palmstick” kann man, bei insgesamt 21 TeilnehmerInnen, 15 Ying Men’lern sowie 6 netten Gästen von außerhalb, wohl mit Recht als sehr erfolgreich bezeichnen.

Darüber hinaus war es auch so etwas wie eine Premiere, da Christian von Praun und ich zum ersten Mal gemeinsam als Referenten auftraten – die SV-Anwendungen mit dem Palmstick waren Christians Sache, meine Mitgift war die Nutzung der Dim Mak-Punkte ohne Waffen.

Es ist meiner Ansicht nach nicht übertrieben zu behaupten, daß alle TeilnehmerInnen beeindruckt waren von der Effiziens dieser Schmerzpunkt-Techniken mit oder ohne Stick; mit doch recht geringem Aufwand und wenig Muskelkraft ist es möglich einen Angreifer zur Aufgabe zu zwingen, in dem man dessen Gliedmaßen schwächt/paralysiert, ihm unverhältnismäßig starke Schmerzen zufügt oder ihn bewußtlos macht. Letzteres wurde, obgleich es nicht Bestandteil des Programms war, ebenfalls demonstriert – an dieser Stelle nochmals meinen Dank an meinen speziellen Vorführungspartner, der sich vertrauensvoll zur Verfügung stellte.

Die TeilnehmerInnen waren nach den jeweiligen Einweisungen mit Feuereifer bei der Sache und übten ernsthaft, aber auch mit viel Spaß. Nicht zuletzt deshalb, aber natürlich auch wegen des Interesses am Thema selbst wurden zahlreiche Anfragen zu einem weiteren Folgeseminar gestellt – Christian und ich werden uns beizeiten dazu äußern.

Nun aber für die TeilnehmerInnen und alle, die nicht dabei sein konnten, eine kleine Fotoauswahl – viel Vergnügen!

Friedhelm

Christian demonstriert an Patrick ...

... und es wird gleich ausprobiert.

Auch der "geduldige Stan" muß seine Knochen herhalten - wortwörtlich.

Die Achselhöhle ist sehr empfindlich, ...

... wie man sieht.

We are not amused.

Thomas trifft und Patrick wirkt sehr nachdenklich ...

Abwehr, ...

... Stich mit dem Palmstick in die Leiste, den Fuß "festnageln" ...

... und ab dafür!

Treten nutzt nix, ...

... denn - paß auf - ich kann Punkte!

Am Kopf sind auch welche.

Jetzt die Anwendung in Kombination mit anderen Punkten: Abwehr, ...

... Handgelenk ...

... Unterarm ...

... Schädelansatz und ...

... auf die Zwölf.

Nicht traurig sein - das wird schon wieder!

Unsere Gäste und wir - alle zusammen am Ende eines tollen Seminars.

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Die Entschlüsselung der Sprache des Liuhe Bafa

Sonntag, 20. März 2011 23:46

Bild 14: "Der grüne Drachen streckt seine Klauen aus"

Kim Goldberg ist eine mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichnete Dichterin, Journalistin und Autorin von 6 Büchern. Ihre Sammlung von 66 Gedichten über Liuhe Bafa “Ride Backwards on Dragon” war Finalist für den kanadischen “Lampert Memorial Award der Dichtkunst” und wurde von mir schon hier besprochen. In diesem Buch entschlüsselt Kim im Anhang die daoistische metaphysische Symbolik für jeden der 66 Namen der Liuhe Bafa-Bilder. Sie lebt in Nanaimo, Britisch-Kolumbien (Kanada) und studiert Liuhe Bafa und andere daoistische innere Künste seit 1997.

Ich stehe mit Kim in losem E-Mail-Kontakt und angelegentlich ihres neuen Liuhe Bafa-Blogs und ihres dort geposteten, sehr persönlichen Artikels “Decoding the Language of Liuhebafa” bat ich sie um die Erlaubnis, diesen für Euch zu übersetzen und hier veröffentlichen zu dürfen – das Ergebnis findet Ihr unten. Anmerkungen von mir sind in [...] gesetzt, das Original sowie viele andere interessante Beiträge könnt Ihr in ihrem Blog nachlesen.

Die Entschlüsselung der Sprache des Liuhe Bafa

von Kim Goldberg

(zuerst veröffentlicht im Journal of Martial Arts & Healing, Herbst 2007)

[Übersetzung mit freundlicher Genehmigung der Autorin, die mir auch die beiden Bilder zur Verfügung stellte]

Von allen chinesischen inneren [Kampf-]Künsten ist Liuhe Bafa nicht nur die letzte, die das westliche Publikum erreichte, sondern sehr wahrscheinlich auch die älteste. Sie ist darüber hinaus auch diejenige, die mit daoistischer metaphysischer Symbolik am stärksten verschlüsselt ist, um dadurch die begehrten alten Anweisungen für innere Alchemie und Unsterblichkeit zu schützen.

Vielleicht war es dieses Versprechen der Unzerstörbarkeit, welches mich anspornte, Liuhe Bafa noch vor anderen inneren Stilen zu verfolgen, als ich 1997 mit dem Studium der Form begann. Oder vielleicht konnte ich als Schriftstellerin der Herausforderung, die geheime Sprache der Symbole, die sich vor mir auftat, zu entschlüsseln, nicht widerstehen. Was auch immer der Grund meiner Faszination war, meine Begegnung mit dem Liuhe Bafa veränderte meinen Weg für immer.

Liuhe Bafa (wörtlich “sechs Kombinationen, acht Methoden”) ist eine innere Kampfkunst und daoistische Praktik, welche in das China des 10. Jahrhunderts datiert wird. Der Schöpfer dieses Stils war der daoistische Philosoph und Mathematiker Chen Hsi I (auch als Chen Po und Chen Tuan bekannt), der angeblich 871 bis 989 n.Chr. lebte. In seiner abgelegenen Einsiedelei auf dem Berg Hwa in Nord-Zentral-China entwickelte er die Grundsätze und Praxis des Liuhe Bafa, allerdings sind die daoistische Konzepte und symbolische Sprache der inneren Alchemie viel älter.

Heutzutage führt eine Google-Suche zu einer kleinen, aber wachsenden Zahl von Liuhe Bafa-Workshops und -Lehrern in Nordamerika, Europa und anderswo (aber es sind immer noch bedeutend weniger als bei den bekannteren inneren Künsten Taijiquan, Baguazhang und Xingyiquan). Denn diese Arkandisziplin wurde für ein Jahrtausend geheim gehalten und nur an wenige weltabgeschiedene Eingeweihte weitergegeben, verschleiert mit einer bildgewaltigen Sprache der Metaphern von Wildgänsen und Tigern, Sonne und Wolken, Fabelwesen und bescheidenen Landarbeitern – eine Sprache, die, einmal entschlüsselt, zu einem Plan wird, wie man sein Leben führen und seine inneren Energien transformieren kann.

Die Hauptform des Liuhe Bafa besteht aus 66 Bildern und sieht für den Nichteingeweihten aus wie eine komplizierte, verdrehte Taijiquan-Form. (Danach fragen mich normalerweise die Passanten tatsächlich, wenn ich meine täglichen Übungen im Park am Meer in der Nähe meines Hauses mache.)

Anscheinend bieten uns die die alten Namen der 66 Bilder die Formel für die innere Alchemie. In der daoistischen Praxis führt innere Alchemie zu energetischen Veränderungen im Körper, erreicht durch körperliche und geistige Kultivierung durch das Üben der inneren Künste wie Liuhe Bafa, Taijiquan, Qigong sowie andere. Nach der daoistische Theorie führen diese Transformationen letztlich zur Reinigung und Wiedervereinigung unserer inneren Energien (im Grunde eine Konsolidierung der Yin/Yang-Anteile des Selbst). Theoretisch versetzt uns diese Transformation zurück in unseren ursprünglichen Zustand und bereitet uns vor für die Wiedervereinigung mit dem Makrokosmos – ein Zustand, der als Unsterblichkeit gedacht werden kann.

In meiner eigenen Praxis bin ich daran interessiert, diese Grundsätze der energetischen Umwandlung auf mein tägliches Leben und meine persönliche Entwicklung anzuwenden. Für mich wurde das Studium des Liuhe Bafa-”Codes” zu einem machtvollen Werkzeug der Steigerung meines Selbstbewußtseins, der Kanalisierung meiner kreativen Energien und bringt für mein Leben und Handeln einen stärkeren Zusammenhang.

Zum Beispiel verweist das Eröffnungsbild – “Den Wagen anhalten und nach dem Weg fragen” – auf die in mikrokosmischem Orbit (oft als Wasserrad oder Wasserkarren dargestellt) zirkulierenden Wasser [Essenzen] des Lebens (“Jing”) in uns. Das Bild ist eine Ermahnung, diese innere Umlaufbahn in die verjüngende Richtung (unsere erschaffende Energie soll über den Rücken unseres Körpers aufwärts und über die Vorderseite nach unten gesandt werden) ausgerichtet zu halten anstatt sie versickern zu lassen. Im Wesentlichen fordert dieses erste Bild uns auf, die Wahl zu treffen zwischen zwei Wegen – Leben und Gesundheit oder Tod und Verfall. Wenn wir bereit sind, den ersten Weg zu wählen, fahren wir fort mit der Form.

Aber die eigentliche Botschaft dieses Bildes ist die der persönlichen Verantwortung – ein Thema von zentraler Bedeutung für die Philosophie des Liuhe Bafa (und tatsächlich auch für den Daoismus selbst). Dieser erste Schritt sagt uns: Wir sind verantwortlich für unser Leben – wir haben die Macht zu wählen. Und das nicht nur jedesmal zum Beginn ein jeder Übungseinheit, sondern den ganzen Tag hindurch wenn wir versuchen, als mündige Wesen das Leben im Zusammenhang zu leben. Ich benutze dieses Bild als eine Ermahnung, daß ich ständig wachsam sein, mich immer wieder selbst fragen muß: Auf welchem Weg bin ich in diesem Augenblick mit dieser Aktion, diesem Wort, diesem Gedanken? Auf dem Weg des Lebens und der Gesundheit? Oder dem des Todes und des Verfalls?

Im Bild 6 – “Ersetze Stern durch den Polarstern” ["Pflücke die Sterne und ordne sie neu" - Kim benutzt gelegentlich andere Interpretationen der Bildnamen] – geht es um die Kultivierung der Stille. Der Polarstern hält eine herausragende Position in der daoistischen Kosmologie sowie der inneren Alchemie. Im Makrokosmos (Natur) stellt er die zugrunde liegenden Wirklichkeit (das Dao) dar, weil er stationär am Himmel steht, während alle anderen Sterne um ihn herum kreisen, was die zeitliche und schwankende Natur der materiellen Existenz repräsentiert. Im Mikrokosmos (inneres Universum) stellt der Polarstern unser ursprüngliches Selbst dar. Wenn wir also Stern durch Polarstern ersetzen, ersetzen wir die schwindelerregende und chaotische Wanderschaft unseres Geistes durch ein Leben mit einem festen zentralen Drehpunkt, um die Einheit unseres Seins wieder herzustellen.

Für mich enhält dieses Bild eine Lektion über den Blick nach innen, nicht außen, nach Antworten – zu erkennen, daß ich bereits besitze, was ich brauche. Dieses Bild läßt mich immer an das Zen-Sprichwort: “Triffst du den Buddha unterwegs, schlage ihn tot” denken, was nicht im wörtlichen Sinne als Mord zu verstehen ist, sondern als Abkehr von äußerlichen Werten und Autoritätssystemen, um eine tiefere und authentischere Wahrheit zu entdecken.

Bild 13 – “Lärme im Osten, schlage im Westen” [Im Osten Lärm machen, im Westen angreifen"] – ist ein gutes Beispiel der vielen Ebenen, auf denen die kodierte Sprache des Liuhe Bafa wirkt. Auf der Ebene des Kampfes handelt dieses Bild von Irreführung und Täuschung deines Gegners – täusche eine Richtung vor, dann schwinge herum um ihn auf der anderen Seite zu schlagen. In Bezug auf die innere Energetik verweist es auf die Bewegung der Lebensenergie im Körper von Osten nach Westen, um durch Verschmelzung der beiden Hälften (Yin und Yang) Einheit in unser Leben zu bringen. Diese inneren Winde der Energie sind aufgewühlt und in Bewegung gesetzt durch eine physische Zickzack-Bewegung der Wirbelsäule, wenn die ausgestreckten Arme von links nach rechts schwingen.

Diese Übereinstimmung zwischen äußerer körperlicher Bewegung und ihre Auswirkung auf die innere Landschaft mit den metaphysischen Folgen setzt sich überall durch das Liuhe Bafa fort. Auf einer Ebene erlernen wir eine Kampfkunst (tatsächlich enthält jedes der 66 Bilder mehrere verheerende Kampfanwendungen). Auf einer weniger sichtbaren Ebene sind wir durch den Gebrauch einer vorgeschriebenen Folge von äußeren Bewegungen in der Lage, das Innere des Körpers für eine bessere Gesundheit, Blutfluß, Organmassage und Muskel-/Skelett-Ausrichtung physisch zu beeinflussen. Auf einer dritten Ebene zeigen uns die Anweisungen, verborgen in den alten Namen, wie man sein Leben selbstbestimmt führen kann. Und auf der innersten, geheimsten Ebene wird das gesamte Paket an körperlicher Bewegung plus symbolischer Bedeutung zu einer Rezeptur für innere Alchemie und persönlicher Transformation.

Wie Sie sehen können, ist dies weit mehr als Fantasterei! Meine eigenen Fortschritte bei der Vereinheitlichung, Kanalisierung und Transmutation der Energien in meinem Leben wären nichts, gar nichts gewesen, wenn mein Studium des Liuhe Bafa Symbol-Codes nicht durch die tägliche Praxis der Form begleitet worden wäre. Ich behaupte nicht, es zu verstehen, aber das Zusammenspiel von Kopf-Lernen und Körper-Lernen scheint unabdingbar zu sein, um einen echten Durchbruch von Einsicht und Fähigkeit in einer dieser inneren Künste zu machen. Weder das Üben der Form allein reicht dazu aus, noch ein rein theoretisch-intellektueller Ansatz.

Wie hat Liuhe Bafa mein Leben verändert? Die esoterischen und energetischen Veränderungen sind schwer zu beschreiben, außer daß ich sagen kann, daß ich jetzt das Gefühl habe, mich in der Mitte eines mächtigen Flusses zu bewegen anstatt gegen die felsige Küste zu schmettern oder festzusitzen in stehenden, toten Gewässern. Die Veränderungen meiner Karriere jedoch sind einfacher zu schildern.

Als ich 1997 anfing, Liuhe Bafa zu erlernen, war ich schon zwanzig Jahre lang als politische Journalistin und Sachbuch-Autorin tätig. Kurz nachdem ich mein Studium der Form begann, versiegten die Worte. Zumindest die alten Worte. Ich war nicht mehr in der Lage, ein investigatives Exposé über einen unehrlichen Politiker oder eine umweltschädigende Firma zu schreiben, selbst wenn mein Leben davon abhinge. Jahre vergingen und immer noch brachte ich kein Wort zu Papier. Verwirrung verwandelt sich erst in Angst und danach in Verzweiflung, als ich zunächst meine Ersparnisse aufbrauchte, mir dann meine Altersvorsorge auszahlen ließ und schließlich begann, auf Kredit zu leben. Etwas in mir verschob sich, etwas wurde in Bewegung gesetzt während dieser holprigen Reise durch das Liuhe Bafa. Etwas außerhalb meiner Kontrolle.

Dann kam der Tag, als ich einfach los ließ … nämlich von der Angst. Ich hörte auf über Geld und meine Zukunft nachzudenken. Das war der Moment, als meine Reise ins Ungewisse zum Abenteuer wurde – und wahrlich ein aufregendes! Ich wurde süchtig nach Entdeckungen. Ich konnte es jede Nacht kaum erwarten einzuschlafen, begierig nach den Enthüllungen des neuen Tages.

Als die Worte endlich zurückkehrten, kamen sie als Gedichte. Und Poesie ist weiterhin die bevorzugte Form, in der ich heutzutage schreibe und veröffentliche. Seit meinem “Wieder-Erwachen” habe ich erfolgreich Zuschüsse von Kunst-Gremien gewonnen, um mich in meiner neuen kreativen Beschäftigung aufrecht zu erhalten. Ich nehme dies als weiteren Beweis, daß ich jetzt, wie Bild 17 uns anleitet, “das Boot mit der Strömung schiebe”.

Hat die fremdartige innere Landschaft des Liuhe Bafa mein Bewußtsein nach ihrer eigenen geheimnisvollen Topographie neu geordnet? Führt die Umwandlung des Körpers automatisch zu einer Transformation des Geistes? Könnte es sein, daß Liuhe Bafa, so voller Metaphern, die physische Entsprechung der Poesie ist? Oder haben meine ständig hinzukommenden Entdeckungen mich herausgestoßen aus dem Newtonschen Paradigma der Sicherheit hinein in ein Quanten-Paradigma der fließenden Realität? Und ist das der Unterschied zwischen Sachbüchern und Lyrik – eine Sprache der Antworten im Vergleich zu einer Sprache der Fragen?

Ich lasse Sie entscheiden. Aber seien Sie nicht überrascht, wenn ich für die Antwort nicht verfügbar bin. Denn ich bin fließendes Wasser, halte niemals an.

Bild 61: "Das Rhinozeros betrachtet den Mond"

Copyright des Originalartikels: © Kim Goldberg, 2007-2011
Alle Rechte vorbehalten. Die beiden geposteten Bilder sind Eigentum der Autorin.
Für die Erlaubnis zu weiteren Veröffentlichungen kontaktieren Sie bitte die Autorin Kim Goldberg unter <goldberg[at]ncf.ca>.

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Unsere Eindrücke vom 11. Internationalen Push Hands Treffen

Samstag, 5. März 2011 21:16

Vom 19. bis einschl. 27. Februar 2011 rief Nils Klug, Urheber und ständiger Ausrichter des nicht nur in einschlägigen Taijiquan-Kreisen mittlerweile schon berühmten Internationalen Push Hands Treffen, zum 11. Male nach Hannover – und diesmal war die Ying Men Schule, neben meiner Wenigkeit, mit 7 weiteren TeilnehmerInnen erfreulich zahlreich vertreten.

An dieser Stelle nun möchten wir Euch an unseren ganz persönlichen Eindrücken und Erfahrungen teilhaben lassen, vielleicht auch, um Euch ein wenig neugierig zu machen – denn das nächste Treffen (nach dem PH-Treffen ist vor dem PH-Treffen) ist für 2012 schon in Planung und man darf gespannt sein …

Aber zunächst zum besseren Verständnis eine kleine Rückschau vom Verfasser: Im Februar 2008 besuchte ich zum ersten Male das Treffen und war sehr angetan von der freundlichen und engagierten Atmosphäre unter den TeilnehmerInnen sowie der Fülle an hochinteressanten Seminarangeboten mit (inter)nationalen Top-Referenten – man kann, egal auf welchem Level man steht, immer noch dazulernen. Im Jahr drauf hatte ich die Ehre und das Vergnügen, selber dort als Referent unterrichten zu dürfen, im letzten Jahr war ich “nur” als Besucher dort und nun wurde ich zum zweiten Male als Referent eingeladen, worauf ich sehr stolz bin.

Es war einfach ein wirklich gutes Gefühl, “alten” Freunden wieder einmal zu begegnen (bei der Gelegenheit – schöne Grüße von Giles!), aber auch ganz neue Bekanntschaften zu machen, sich mit den Co-Referenten auszutauschen und mit anderen TeilnehmerInnen zu fachsimpeln. Nils hatte in gewohnter, taijimäßiger Gelassenheit alles souverän im Griff und das Treffen lief entspannt, rund und prima. Es wäre toll, wenn wir von der Ying Men-Familie im kommenden Jahr dort erneut – vielleicht mit noch mehr VertreterInnen – teilnehmen würden.

Doch nun haben unsere Leute das Wort, Ladies first:

Dorothee
Als nicht schwerpunktmäßig Taiji-Trainierende hat mir das Spielen mit den anderen, wie das Tuishou schön und passend auch genannt wird, eine Menge neuer Ideen zu den Themen Bewegung und Körpereinsatz gebracht, und ich bin nach den zwei Tagen sehr angeregt nach Hause gefahren.

In den Workshops leiteten Henk Janssen und Tony Ward Einzel- und Partnerübungen an, die insbesondere durch die fein dosierten Hinweise viel zum Verständnis der Materie beitrugen. Speziell bei Tony Ward hat es gut getan, daß er allen Übungen sehr viel Zeit eingeräumt hat. Die große Teilnehmerschar hat sie entsprechend ausdauernd probiert, was bei der Komplexität des Stoffs auch nötig war. Dabei ging es “nur” darum, aus dem Stand heraus einen Schritt zu tun als Vorbereitung auf eine Form des Tuishou, bei der Schritte erlaubt sind. Das allnachmittägliche freie Üben im 10min.-Rhythmus mit ständig wechselnden Partnern half dann, die gewonnenen Erkenntnisse zu erproben, ohne irgendwelche Muster einzuschleifen: Das Gegenüber war mal groß, mal klein, es war schwer, leicht, Mann, Frau, alt, jung und alles dazwischen; zudem hatten die Partner sehr unterschiedliche Hintergründe und Erfahrungen. Die Atmosphäre war dabei kollegial und ermunternd, man spielte, probierte und teilte sich dann und wann auch die eigenen Erkenntnisse des Augenblicks mit. Welch eine tolle Gelegenheit!

Die netten Gastgeber haben für alles gesorgt und Schulleiter Nils sorgte mit einer nachdrücklichen Einweisung in die Regeln für ein stressfreies Spielen. Die sehr großen Loft-Räume auf dem Gelände, die der Schule zur Verfügung stehen und das schöne Viertel mit diversen Läden und Lokalen sind Rahmenbedingungen, wie man sie sich nur wünschen kann.

Einmal im Thema, hätte ich gern meinen Besuch spontan verlängert … jedenfalls habe ich Lust auf mehr bekommen.

Katharina
Die Entscheidung, dieses Jahr endlich mal zum Push Hands Treffen nach Hannover zu fahren, war gut. Neben vielen netten Leuten (die alle das Gleiche wollten …  ;-) ) konnte man sehr interessante Lehrer treffen und bereichernde Erfahrungen über das Training und über sich selbst sammeln.

Die Schule von Nils Klug ist schon mal für sich sehr einladend und groß. Es gab einen netten Service (allzeit Kaffe, Tee und Wasser – und einen großen Korb Äpfel) und die Führung durch diese zwei Tage war vorbildlich. Vormittags gab es immer ein spezielles Training bei einem bestimmten Lehrer (es standen jeweils drei zur Auswahl) und ich hatte das Vergnügen, zwei tolle und dabei sehr unterschiedliche Lehrer kennenzulernen. Am Nachmittag hatte man Gelegenheit, mit allen anderen “Schülern” und Lehrern freies Push Hands zu üben. Sehr spannend.

Meine persönliche Erfahrung kann ich kurz so beschreiben: Am ersten Tag war die Überraschung groß zu erfahren, was mein Körper (und der Rest) so alles noch drauf haben. Am zweiten Tag war ich neben so vieler neuer Eindrücke (im wahrsten Sinne des Wortes) stärker mit meinen “Unfähigkeiten” beschäftigt und damit, diese in neues Lernpotential zu verwandeln. Es gäbe noch Vieles mehr zu berichten, aber wirklich erfahren kann man es nur vor Ort.

Ich kann alle Interessierten (egal welcher Stand im Lernen) nur ermutigen, diese Gelegenheit einmal für sich zu nutzen.

Magdalena
Es war sehr neu für mich an einem Seminar dieser Art teilzunehmen, trotzdem war dieser Ausstausch für einen Anfänger zum Vorteil. Interessant war die Stile der anderen kennen zu lernen, wie auch Ihre allgemeine Herangehensweise zur Kampfkunst. Die Offenheit und der Austausch bzw. die Tips der Trainer und der Teilnehmer kam mir zugute, da jeder anders trainiert und an die Dinge heran geht. Das vietnamesische Restaurant war auch ein super Tip von euch, dort sind wir immer zum Essen hingegangen und waren total begeistert. Das Fazit vom Wochenende lautet, daß wir schon fürs nächste Jahr planen hinzufahren!

Sabine K.
Wir waren leider nur für kurze 2 Tage beim Seminar (am ersten Tag kamen wir etwas spät an). Wir wurden von den anderen Teilnehmern sehr freundlich aufgenommen und “unterwiesen”, selbst das Schlafen in der Halle war ganz lustig, wenn auch anstrengend.

Wir haben diesmal lediglich das Kalligraphieseminar von Wang Ning besucht, was unbedingt empfehlenswert ist. Nicht nur, daß Wang Ning alles unnachahmlich witzig (dabei aber auch streng) herüberbrachte – er öffnete auch die Augen für völlig neue Sachzusammenhänge. Von beiden Seminartagen waren alle begeistert.

Das freie Push-Hands war eine gute Erfahrung und entgegen meinen Befürchtungen ist man sehr schnell in der Materie. Das wechseln der Partner in 10-Minuten-Intervallen fand ich absolut toll, weil man sich immer wieder neuen Situationen stellen muß und die verschiedensten Trainingspartner findet.

Jetzt bin ich sogar ganz froh, daß wir zur Gala nebst Abschiedsfete angereist sind. So hatten wir eine gute Möglichkeit, die anderen Teilnehmer besser kennenzulernen und uns einen Überblick über die verschiedenen Stile zu schaffen, die sie praktizieren. Es waren sehr viele Lehrer/Dozenten unter den Teilnehmern, die zur Gala auch verschiedene Formen liefen. Außerdem war das Buffet wirklich reichhaltig und lecker (es soll das beste Essen in der Geschichte des Push-Hands-Treffen gewesen sein)!!!

Daniel, Magda und ich haben bereits beschlossen im nächsten Jahr erneut teilzunehmen. Ich denke, die vielen “Wiederholungstäter” sprechen für sich …

Barbara
Nachdem ich mich in den letzten Jahren mit Berichten, Fotos und Videos vom Push-Hands-Treffen begnügen mußte, hatte ich dieses Jahr endlich die Gelegenheit, selbst dabei zu sein.

Besonders neugierig war ich auf das, was mich in den Workshops an den Vormittagen erwartete. Ich habe also im Laufe der Tage am Unterricht von Tony Ward, Nabil Ranné, Judith van Drooge und Nicolas Julien teilgenommen. Bei allen vieren war es sehr spannend. Man konnte Neues lernen, aber auch Bekanntes mal von einer anderen Seite betrachten und ab und zu war man einfach überrascht von den Erfahrungen, die man machte. Es war deutlich zu spüren, daß die Referenten ihre Kampfkunst “mit Leib und Seele” betreiben und unterrichten. Schade, daß man sich jeden Tag für einen Workshop entscheiden mußte. Am liebsten hätte man sich geteilt und an allen gleichzeitig teilgenommen.

Das freie Pushen an den Nachmittagen war für mich eine völlig neue Erfahrung. Dank der Einführung für die Anfänger, die jeden Tag von einem der Referenten angeboten wurde, war der Einstieg aber völlig problemlos. Sehr schnell war man im allgemeinen “Handgemenge” involviert und die Zeit verging rasend schnell. Insgesamt lief das Pushen sehr freundschaftlich und rücksichtsvoll ab, so daß wirklich niemand sich fehl am Platz vorkommen mußte, egal ob Anfänger oder Fortgeschrittener.

Fazit: Ich bin einfach nur begeistert und wünsche mir sehr, daß das Push-Hands-Treffen in Hannover auch weiterhin ein fester Termin im IMA-Jahreskalender bleibt. Ich bin gerne wieder dabei.

Daniel
Erstmal Danke, daß Du mich/uns ermutigt hast dort hinzufahren. Es war wie Du gesagt hast, wir sind sehr nett aufgenommen worden und Sebastian sowie Marc haben sich auch sehr nett um uns gekümmert.

Der Kalligraphiekurs bei Herrn Wang war echt super. Er hat es stark mit der Kampfkunst verbunden, was mir persönlich sehr gut gefallen hat. Alles wurde von ihm sehr schön erklärt, aber gucken und dann nachmachen war angesagt. Ich dachte oft an Dich und Deine Erzählungen zum traditionellen Unterricht: Herr Wang war nämlich sehr nett und lustig, in gewisser Hinsicht aber auch streng. Es war sehr beeindruckend für mich, ihm bei der Kalligraphie zuschauen zu dürfen, denn es war je nach Zeichen ein anderes Gefühl, eine andere Art, die er zum Ausdruck brachte. Es fällt mir schwer es in Worte zu fassen.

Ich habe das auch bei Dir im Training – ich sehe eine spezielle Weise, wie Du eine Bewegung ausführst, es fällt mir dann aber schwer sie zu wiederholen. So war es auch bei Herrn Wang. Man sah sehr deutlich eine bestimmte Bewegung und einen kurzen Moment der Ruhe, eine bestimmte Art den Pinsel auf- und wieder abzusetzen und seine Körperbewegung halt.

Das freie Pushen war auch so, wie Du es beschrieben hast. Wir hatten eine kurze Anfängereinführung bei Hella Ebel und dann ging es ab ins “Wasser”. Aber alle haben Rücksicht genommen, als ich sagte, daß ich Anfänger bin.

Am Samstag war die Gala mit Vorführungen und späterer Party, die ebenfalls sehr schön war, nur das letzte Bier war zu viel :-) . Denn am nächsten Morgen war es teilweise sehr anstrengend bei Herrn Wang und ich glaube, daß das eine oder andere Fettnäpfchen unabsichtlich betreten worden ist. Aber trotzdem ist Herr Wang sehr viel auf Sabine, Magda und mich eingegangen. Beim freien Pushen kam er auch mal zu mir, um mir etwas zu verdeutlichen; er ist ein sehr sympathischer Mensch.

Kurz, wir sind grade nach Hause gekommen und müssen das Erlebte erstmal verarbeiten, aber es war sehr, sehr schön.

Sebastian
Ich bin am Montag nachmittags in Hannover angekommen und hatte so einen recht ruhigen Einstieg ins Thema PH. Habe am ersten Tag nur eine halbe Stunde gepusht, quasi zum warm werden.

Danach ging es erst mal zum Essen. Zweimal am Tag essen ist übrigens ‘ne super Sache, geht leider aber auch sehr auf den Geldbeutel. Abwechslungsreich war es dennoch. Ob türkisch, arabisch, vietnamesisch oder auch mal einen Burger.

Gegen Abend fanden sich dann noch mal ein paar “Verrückte” (mich eingeschlossen), die tatsächlich nach dem ganzen Tag noch ‘ne Runde pushen wollten. So haben wir dann meist jeden Abend der Woche noch ca. eine Stunde geübt und ich habe von vielen Seiten wertvolle Tips erhalten. Ganz besonderen Dank noch mal an Reinhard.

Dann die erste Nacht mit Isomatte und Schlafsack auf dem harten Hallenboden. Recht erholt ist man danach nicht, aber nach dem dritten Tag gewöhnt sich der Körper an den Boden.

Alle Seminare am Vormittag haben mir gut gefallen, besonderen Spaß hatte ich jedoch am Bagua. Aber auch Nathan Menageds Seminar mit seiner gekonnt charmanten Art :D und dem konstanten Einsatz des Yielding und Tingjing sind hängen geblieben.

Das Pushen am Nachmittag gestaltet sich recht abwechslungsreich. Von superweich bis zu manchen, die es wissen wollten, war alles dabei und durch den konstanten Wechsel der Partner alle 10 Minuten konnte man sehr viel Erfahrungen sammeln.

Für mich hat sich die Fahrt nach Hannover sehr gelohnt, denn ich habe viele neue und auch bekannte Ideen fürs Liuhe Bafa hinzu gewonnen.

Hier nun ein paar Schnappschüsse, die Daniel und ich während des Treffens machten – viel Vergnügen!

Wang Ning erläutert Grundlagen der Kalligraphie

 

Erste Versuche ...

Daniel beim Tuishou

Katharina und Henk Janssen beim "Pas de deux"

Eine andere Perspektive ...

Dorothee mit einer netten Tuishou-Partnerin

Barbara "schubst" mit Hamid aus London, ein echter Gentleman. Marc (links) ruht sich derweil etwas aus.

Also dann – soweit es mich betrifft, werde ich im nächsten Jahr auch wieder da sein!

Friedhelm

Privatunterricht und Ausbildungen auf Anfrage – oder haben Sie Interesse an einem Seminar in Ihrer Umgebung? Mailen Sie mich an!

Vormerken für 2011: 3tägiges Liuhe Bafa-Intensivseminar an Pfingsten (11. bis 13. Juni 2011)!

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Tongbeiquan – ein kaum bekannter Stil in Deutschland

Sonntag, 17. Oktober 2010 20:55

Am gestrigen Samstag (16.10.2010) besuchten Barbara und ich ein Seminar, das Jochen Wolfgramm, Lehrer und Leiter der Bailung Schule Osnabrück, für Meister Zhang Xinbin aus Beijing ausgerichtet hatte; Zhang Laoshi ist schon seit längerer Zeit Freund, Lehrer und Mentor der “Schule des weißen Drachen”.

Es war schon lange mein Wunsch, Tongbeiquan einmal “live” zu erleben – nicht zuletzt deshalb, weil in einem interessanten Gespräch, das Jochen und ich nach dem SANDA.2010-Turnier in Christian Kubiaks Schule führten, sich die vage Möglichkeit abzeichnete, daß Tongbei und Liuhe Bafa in Chen Tuan einen gemeinsamen “Stammvater” haben – die Stile wären also sozusagen verwandt; ein für mich schöner Gedanke. Tatsächlich ergaben sich im Laufe des Seminars, vorsichtig formuliert, auch gewisse Ähnlichkeiten in den Prinzipien wie z.B. Fall- und Kollisionsnutzung, die Dantian-Rotation, das Vermeiden harter Blöcke usw. Jedoch konnte Zhang Laoshi unsere dsbzgl. Fragen bedauerlicherweise nicht endgültig beantworten, so daß dieses Thema zunächst noch offen bleiben muß. Aber ich greife vor, zurück zum chronologischen Ablauf.

Wetter- und staubedingt kamen wir leider ca. 20 Minuten zu spät, das Seminar war natürlich schon im Gange. Zum Glück hatten wir aber noch nicht allzuviel verpaßt und Meister Zhang Xinbin unterrichtete den gesamten Lehrstoff ohnehin in kleinen, didaktisch sehr gut aufgebauten Abschnitten, so daß wir relativ rasch “drin” waren; es war eine wahre Wohltat, sich nach gefühlten 100 Jahren Autobahnfahrt endlich mal wieder bewegen zu können.

Tongbei ist ein sehr eleganter, aber auch ein sehr effektiver, kampfbetonter Stil – keine Bewegung/Technik ist Selbstzweck, alles ist anwendungsorientiert und, im Ernstfall ausgeführt, von vernichtender Wirkung. Tongbei bedeutet “durch den Rücken” – die benötigte Kraft wird im Dantian generiert und über/durch den Rücken bis in die Hände geleitet. Der Gegner wird mit einem Stakkato peitschenartiger Schläge aus allen möglichen Richtungen eingedeckt, die Distanz durch schnelle Schritte überwunden, Leglocks und/oder Takedowns beenden die Auseinandersetzung. Um auf diese Geschwindigkeit zu kommen, sind selbstredend lockere, gelöste Schultern unbedingte Voraussetzung. Hier könnt Ihr Euch ein Bild davon machen, in der seitlichen Leiste sind noch weitere, sehenswerte Tongbei-Clips von Zhang Laoshi zu finden.

Aber zurück zum Seminarablauf: Wie schon erwähnt verpaßten wir einen Teil der speziellen Aufwärmübungen, die – siehe oben – keine Gymnastik per se darstellten, sondern schon ausgewachsene Anwendungen waren. Danach ging es mit diversen Einzel- und Partnertechniken sowie Anwendungen weiter, Langeweile kam zu keiner Sekunde auf, zumal Zhang Laoshi nicht mit Vorführungen und Demonstrationen sparte. Es war einfach faszinierend, mit welcher Geschwindigkeit, Präzision und Power dieser – während des Unterrichts ruhige, geduldig korrigierende und freundliche Mann – auf einmal förmlich “explodierte” und seine Partner regelrecht “aufmischte”, natürlich ohne sie dabei jemals ernsthaft zu gefährden. Gegen Ende wurden wir in einer Basisform unterwiesen, die “Ba Shi Lian Huan” (8 verbundene Bewegungen-Form) und ganz zum Schluß bekamen wir noch Gelegenheit, Meister Zhang mit Fragen zum Tongbeiquan zu löchern, wovon ich auch, siehe oben, regen Gebrauch machte. Meinen besonderen Dank an Puja aus Köln, der souverän zwischen der chinesischen, englischen und deutschen Sprache wechselnd, als unermüdlicher Übersetzer aushalf.

Als das Seminar nach dem obligatorischen Gruppenfoto offiziell beendet war, begann der gemütliche (und leckere) Teil – ein Bailung-Schüler kochte ganz frisch für die noch bleibenden TeilnehmerInnen ein köstliches malaysisches Gericht und wir saßen zusammen, aßen, tranken und schwatzten. Barbara und ich wären gerne noch länger geblieben, aber da wir noch gute zwei Stunden Autobahn vor uns hatten, mußten wir, wenn auch bedauernd, Abschied nehmen. Wir fühlten uns bei den “Bailungern”, denen wir ja nicht gänzlich unbekannt waren (siehe hier und hier) sehr gut aufgehoben; es war schön, dort bekannte Gesichter wiederzusehen und in der angenehmen Atmosphäre von Jochens Schule neue Bekanntschaften zu machen – nochmals herzlichen Dank für alles und auf Wiedersehen!

Und Meister Zhang Xinbin und das Tongbeiquan persönlich zu erleben war schon großartig – ich kann nur allen ernsthaften Gongfu-Enthusiasten empfehlen, die sicherlich kommende nächste Gelegenheit zu nutzen.

Friedhelm

P.S.: Einen weiteren Bericht mit Bildern findet Ihr hier.

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