Beiträge vom November, 2010

Ying Men Schule – ein Vierteljahrhundert …

Montag, 29. November 2010 10:26

Der 25.11.2010 ist ein besonderer Tag, denn damals vor 25 Jahren fand die offizielle Gründung der Ying Men Schule Neuss e.V. statt.

Ein Vierteljahrhundert – eine Menge ist da passiert, sowohl was die Schule betrifft als auch “drumherum”. Die politischen, sozialen und kulturellen Veränderungen setze ich, da Allgemeingut, als bekannt voraus; hier soll es nur um die Schule gehen.

An die frühen Anfänge möchte ich erinnern – in Turnhallen und Sportanlagen, quer über das Neusser Stadtgebiet und darüber hinaus verstreut: In Meerbusch-Osterath, auf der Neusser Furth, in der Stadtmitte neben dem Quirinusmünster, in Gnadental, auf der Pomona, im Dreikönigenviertel.

Dann war da unsere erste eigene “Halle” auf der Sternstraße in der Nähe des Neusser Bahnhofs – eigentlich mehr eine Bretterbude, ohne Heizung, Isolation und Toiletten. Im Winter klirrend kalt, im Sommer brütend heiß, aber das tat dem Trainingseifer keinen Abbruch.

Im Juni ’92 erfolgte der Umzug nach Allerheiligen in – endlich – eine “richtige” Räumlichkeit am Henselsgraben, schließlich ein weiterer Umzug im Herbst 2008 in unsere jetzige Trainingsstätte.

Auf die im Laufe unserer frühen Geschichte im sportlichen Wettkampf errungenen Siege und Titel dürfen wir mit Befriedigung zurückblicken – wir können mit Recht behaupten, daß wir sehr erfolgreich waren; wir gewannen in den Jahren ’86 bis ’89 sowie ’91 (’90 keine Teilnahme) die Titel der Jugend-, Landes- und Deutschen Meister und Meisterinnen sowie über die Jahre zahlreiche Sonder- und Turnierpreise (alle anerkannt vom Deutschen Sportbund).

Anschließend zogen wir uns zunächst von der aktiven Teilnahme zurück, um letztmalig im Mai 2000 an der ersten (inoffiziellen) Weltmeisterschaft in den traditionellen Stilen teilzunehmen und mit 1., 2. und 3. Plätzen in diversen Disziplinen heimzukehren. Nach diesem “Jahrtausenderfolg” fühlten wir uns wieder mehr unserer eigentlichen Aufgabe, nämlich der Pflege und Verbreitung der chinesischen/asiatischen Kampf- und Bewegungskünste, verpflichtet und stellten unsere Wettkampfteilnahme endgültig ein.

Es war auch schon seit Anfang an immer unsere erklärte Politik gewesen, offenen Kontakt und freundschaftlichen Austausch mit anderen Schulen und Stilen zu pflegen – wir begrüßten als Gastreferenten berühmte und bekannte Kampfkunst-MeisterInnen  aus Deutschland, verschiedenen europäischen Ländern, Südamerika sowie den USA; sie alle kamen gerne und teilten großzügig ihr Wissen und Können mit uns: Süd- und Nord-Shaolin, Si Fang Chuan, Hung Men Kuen, Ving Tsun, Yang-Stil Taijiquan, Seven Star Praying Mantis, Kreis-Strahl Kung Fu, Shotokan-Karate, Xingyiquan, Capoeira, Scherma di Daga, Lei Gong Nei Quan, historische europäische Kampfkünste, Ma Tsun-Kuen Tai Chi Chuan, Internal Strength u.v.m.

Unserem in der einschlägigen Szene über die Jahre und Jahrzehnte erarbeiteten guten Ruf haben wir es zu verdanken, daß zu unseren eigenen Seminaren Menschen quer aus allen Regionen Deutschlands, aus den Niederlanden, Belgien und der Schweiz angereist kamen bzw. uns als Referenten zu sich einladen; ebenso waren und sind wir geschätzte und gern gesehene Gäste auf Lehrgängen, Workshops etc. anderer Stile und Schulen. Und einige unserer SchülerInnen – mittlerweile selber LehrerInnen – führen, z.T. schon seit einigen Jahren, eigene Schulen und unterrichten in Köln, neuerdings auch in Berlin, sowie in Duisburg, andere SchülerInnen sind seit 10, 15, 20 Jahren dabei und halten uns immer noch die Treue.

Über die Jahrzehnte reduzierten wir aus diversen Gründen unser Unterrichtsangebot von ursprünglich 4 verschiedenen Stilen (Baguazhang, Hsiangjiaquan, Taijiquan und Xingyiquan) auf das Liuhe Bafaquan (6 Harmonien Taiji) sowie auf das Konzept der “Aufwandslosen Bewegung” (als regelmäßiges Seminarangebot) – Entscheidungen, die nicht leicht fielen und z.T. einige Turbulenzen auslösten, aber sich im Nachhinein als richtig erwiesen. Außerdem konnten wir mit Frau Gitta Weiner eine erfahrene Lehrerin des Autogenen Trainings gewinnen, mit Herrn Christian von Praun einen äußerst kompetenten Lehrer der philippinischen Kampfkunst Lightning Scientific Arnis.

Unsere Schule hat in den vergangenen 25 Jahren viele Höhen und Tiefen erlebt; die ersten 25 Jahre haben wir also jetzt geschafft – und wir dürfen deshalb ein ganz klein wenig stolz auf uns sein und uns gratulieren.

Ob wir die zweiten schaffen, vermag ich, da ich die Zukunft nicht kenne, nicht zu sagen. Aber ich wünsche es uns von ganzem Herzen …

Friedhelm

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JORDAN – DIE JAGD

Freitag, 19. November 2010 16:17

Seit meiner letzten – und bisher einzigen – Rezension eines Buches, das Liuhe Bafa zum Thema hat, ist mittlerweile sehr viel Zeit verstrichen. Das liegt einerseits daran, daß die Anzahl dieser Fachbücher ausgesprochen überschaubar ist und andererseits, daß es meines Wissens bisher keine entsprechenden deutschsprachigen Werke gibt.

Wenn wie oben festgestellt die Menge an adäquater Literatur schon sehr gering ist, umso geringer ist dagegen die Auswahl an Nicht-Fachbüchern, also z.B. Romane, in denen Liuhe Bafa eine gewisse Rolle spielt.

Deshalb ist es mir ein besonderes Vergnügen, Euch hier ein Werk präsentieren zu können, das atemlos in bester Cliffhanger-Tradition geschrieben ist und, obgleich als Jugendbuch gedacht, auch Erwachsenen echtes Lesevergnügen bereitet.

Es handelt sich um den Titel “Jordan – Die Jagd” von Daniel Bielenstein, das übrigens auch als Hörbuch erschienen ist. Weitere Informationen, Bestellmöglichkeiten sowie (nur positive!) Rezensionen andere Leser findet Ihr hier.

Dort steht auch eine kurze Inhaltsangabe, deshalb verzichte ich an dieser Stelle auf Wiederholung.

Von alleine wäre ich wahrscheinlich nicht auf diesen Titel gestoßen, aber durch meine Mitgliedschaft im Kampfkunst-Board (bei der Gelegenheit – einige unserer MitschülerInnen sind dort auch vertreten; schaut mal rein, es lohnt sich) kam ich in E-Mailkontakt mit dem Autoren, der, ebenfalls dort Mitglied, über 25 Jahre Erfahrung im Yang- und Chen-Stil Taijiquan verfügt, also nun wirklich kein Anfänger in Sachen “innere Stile” ist.

Auf meine Frage, warum ausgerechnet Liuhe Bafa, antwortete er u.a. (Zitat): “… Nun, ich denke, das Liuhe Bafa ist dem Taichi ja nun doch recht wesensverwandt, und so habe ich mich dafür entschieden … und es macht mir Spaß, auf immer wiederkehrende Fragen danach zu antworten, daß ich mir das Liuhe Bafa nicht ausgedacht habe, sondern daß es das wirklich gibt.”

Zurück zum Buch – ich kann es Euch nur empfehlen, es ist spannend, macht Spaß und unterhält. Insbesondere, da ja bald Weihnachten ist, braucht Ihr vielleicht noch eine Geschenkidee für die Kids oder für Euch selber …

P.S.: Daniel Bielenstein verriet mir außerdem, daß das zweite Rick Jordan-Abenteuer fertig ist, in China spielt und im kommenden Jahr – vermutlich gegen Februar/März, unter dem Titel “Das China-Komplott” erscheinen wird – man darf gespannt sein.

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