Beiträge vom Februar, 2009

RIDE BACKWARDS ON DRAGON

Samstag, 7. Februar 2009 22:38

In dieser neuen Kategorie sollen in loser Folge vorzugsweise Bücher vorgestellt und besprochen werden, die Liuhe Bafa zum Thema haben.

Da jedoch die Anzahl dieser Werke leider sehr überschaubar ist, soll ggfs. später eine weitere Rubrik mit empfehlenswerten Büchern über andere Neijia sowie sonstige interessante Themen eingerichtet werden.

Die in dieser ersten Kategorie aufgeführten Bücher sind ausnahmslos in englischer Sprache geschrieben – deutschsprachige Bücher über Liuhe Bafa sind mir z.Zt. nicht bekannt. Sollte jedoch ein Besucher dieser Seite hierüber Kenntnis haben, würde ich mich über eine Info-Mail freuen. Darüber hinaus kann ich nur Werke in den o.a. Sprachen berücksichtigen – z.B. kann ich chinesische Lektüre über Liuhe Bafa wegen mangelnder Sprachkenntnisse nicht vorstellen. Nun zur ersten Besprechung:

RIDE BACKWARDS ON DRAGON
a poet’s journey through Liuhebafa

von Kim Goldberg

erschienen bei Leaf Press (Kanada) im September 2007
ISBN 978-0-9783879-1-4
Paperback, vierfarbiger Umschlag
128 Seiten, (kanadische) $18.95

Interessant an diesem Buch ist einiges: Kim Goldberg, die Autorin, ist eine arrivierte und mehrfach mit Literatur-Preisen ausgezeichnete kanadische Schriftstellerin und Journalistin.

Als sie 1998 begann Liuhe Bafa zu erlernen, geschah etwas Merkwürdiges – sie erlitt eine Schreibblockade, die fast 10 Jahre andauerte. Inwieweit es sich hier um eine Koinzidenz handelt oder andere Ursachen vorliegen, muß zunächst offen bleiben; ich stehe mit der Autorin via E-Mail in Kontakt und werde sie dazu noch befragen.

Als sich jedoch die Blockade endlich auflöste, schrieb sie dieses Buch: Ride Backwards on Dragon – 66 kurze Kapitel, jeweils benannt nach den 66 Namen der Bilder der Liuhe Bafa-Form und darauf basierend – eine poetische Reise, gehalten in unterschiedlichen Erzählstilen; sehr persönlich, sehr berührend, tiefgründig und faszinierend wie diese daoistische Kampfkunst selbst.

Bemerkenswert an diesem Buch ist außerdem, daß Kim Goldberg in einem Anhang den daoistischen metaphysischen Symbolismus aller 66 Bilder aufschlüsselt und in ihrer Interpretation als einen Plan, das Leben zu leben, deutet. Soweit bekannt, ist dies – in einer westlichen Sprache – bisher einzigartig. Schon allein diese Endnoten machen das Buch, nicht nur für Kampfkünstler, lesenswert.

Zuletzt und unter keinen Umständen darf unerwähnt bleiben, daß ausgerechnet Eric Lee, mein Liuhe Bafa-Lehrer, bei diesem Buch als Berater mit tätig war … die Welt ist ein Dorf.

Um Kim Goldbergs Gedichte wirklich würdigen und genießen zu können, bedarf es sehr guter Kenntnisse der englischen Sprache – andererseits kann selbst ich mit meinen darin bestenfalls bescheidenen Fertigkeiten erfühlen und erahnen, daß es sich um eine außergewöhnliche Arbeit handelt. Daher verwundert es mich nicht, daß das Buch schon jetzt für einen weiteren Literatur-Preis aufgelistet wurde. Die Endnoten dagegen sind in einem eher sachlichen Stil verfaßt und ggfs. unter Zuhilfenahme eines guten Wörterbuchs gut zu verstehen.

Ausführlichere Informationen, Leseproben und Bestellmöglichkeiten sind hier zu finden.

Thema: Buchbesprechung 1 - Liuhe Bafa | Kommentare deaktiviert