Die 66 Bewegungsfolgen (Bilder) der Liuhe Bafa-Hauptform
(Im Original wird jede dieser 66 Bezeichnungen aus nur vier Schriftzeichen gebildet.)
Bei der Übersetzung der Namen waren mir Eric Lee, mein Liuhe Bafa-Lehrer sowie Stefan Gätzner, Herausgeber des “Magazins für chinesische Kampfkunst – das Beste aus Wuhun” behilflich; insbesondere die interessanten [Anmerkungen] verdanke ich größtenteils ihm.
Erster Teil:
1. ting che wen lu – Den Wagen anhalten und nach dem Weg fragen
2. lin ya le ma – Das Pferd kurz vor dem Abgrund zügeln
[etwas im letzten Moment verhindern]
3. bi men tui yue – Die Tür schließen und den Mond schieben
4. bo yun jian ri – Die Wolken beiseite fegen und die Sonne erblicken
[plötzlich etwas begreifen]
5. lin ya le ma – Das Pferd kurz vor dem Abgrund zügeln
[etwas im letzten Moment verhindern]
6. zhai xing huan dou – Pflücke die Sterne und ordne sie neu
7. hong yan shuang fei – Ein Wildganspärchen fliegt gemeinsam
8. bi men tui yue – Die Tür schließen und den Mond schieben
9. gu yan chu qun – Die einsame Wildgans löst sich vom Schwarm
10. ye ma zhui feng – Das Wildpferd jagt dem Wind hinterher
11. chuan liu bu xi – Flüsse strömen endlos
[bezieht sich auf das Kommen und Gehen von Menschen]
12. fu hu ting feng – Der kauernde Tiger lauscht dem Wind
13. sheng dong ji xi - Im Osten Lärm machen [antäuschen]
aber im Westen angreifen
14. qing long tan zhua - Der grüne Drache streckt seine Klauen aus
15. dan cheng jiu zhuan – Nach neun Umdrehungen ist das Wunderelixier vollendet
16. bo yun jian ri – Die Wolken beiseite fegen und die Sonne erblicken
[plötzlich etwas begreifen]
17. shun shui tui zhou - Das Boot mit der Strömung schieben
[sich einer Lage anpassen]
18. nu ma hui tou – Das zornige Pferd wendet den Kopf herum
19. ping hua luo yan – Die Blumen aus der Vase fallen auf den Tuschstein
[vollständig heißt der Spruch: Die Blumen aus der Vase fallen auf den Tuschstein; ihr Duft findet sich in den Schriftzeichen wieder. Der Bambus im Wind klopft ans Fenster; sein Rhythmus geht in die Schrift ein.]
20. gau shan liu shui – Hohe Berge, stürzende Wasser
[Beschreibung einer außergewöhnlichen Melodie oder auch Analogie für einen engen Freund]
21. er tong song shu – Der Page bringt Bücher herbei
22. qiao fu dan chai – Der Holzfäller trägt Feuerholz auf den Schultern
23. tian guan zhi xing – Der Beamte des Himmels zeigt auf die Sterne
24. wu yun peng yue – Fünf Wolken umhüllen den Mond
25. tuo tian gai di – Stütze den Himmel und bedecke die Erde
26. yan zi chao shui – Die Schwalbe streicht über das Wasser
27. zhao yang guan er – Die Morgensonne durchdringt die Ohren
28. jie shou shuang tui – Die Hand abfangen und [mit beiden Armen] stoßen
29. xun feng sao xie – Die warme Südbrise fegt die Blätter hinweg
30. yan zi xian ni – Die Schwalbe trägt Lehm im Schnabel
31. ling yuan zhai guo – Der geschickte Affe pflückt die Früchte
32. meng hu hui tou – Der grimmige Tiger wendet sich um
Zweiter Teil:
33. xuan zhuan qian kun – Himmel und Erde umdrehen
[die Lage auf den Kopf stellen]
34. feng bai he xie – Lotusblätter wiegen sich im Wind
35. yan shou chong quan – Die Hand verbergen und gerader Fauststoß
[mit der Hand einen Fauststoß verbergen]
36. pi pa zhe mian – Das Gesicht mit einer Laute schützen
37. liu xing gan yue – Sternschnuppen verjagen den Mond
38. yan zi xie fei – Die Schwalbe fliegt schräg
39. dan feng zhao yang – Der zinnoberrote Phönix blickt zur Sonne auf
40. fan jiang jiao hai – Die Flüsse umwälzen und das Meer aufwühlen
[1. gewaltige Wassermassen; 2. eine große Kraft/Macht/Einfluss]
41. dao qi long bei – Umgekehrt auf dem Rücken des Drachen reiten
42. li mao pu die – Die listige Katze stürzt sich auf den Schmetterling
43. chou liang huan zhu – Den Dachbalken herausziehen und den Pfeiler austauschen
44. feng juan can yun – Der Wind verweht die zerstreuten Wolken
45. zhi long xian shen – Der Drache erscheint nach dem Winterschlaf
46. wu long bai wei – Der schwarze Drache schwingt seinen Schwanz
47. ping fen qui se – Die Ernte gleichmäßig aufteilen
48. zou ma guan hua – Im Vorbeireiten die Blumen betrachten
[1. ein erfreulicher Anblick auf der Reise; 2. etwas oberflächlich betrachten]
49. kui xing xian dou – Kui Xing präsentiert das Gestirn
[die vier unteren Sterne des Großen Wagens, die den Gott der Literatur darstellen]
50. yan zi chuan yun – Die Schwalbe durchfliegt die Wolken
51. ti shou qi xing – Die Hände zu den Sieben Sternen [der Große Wagen] heben
52. yan zi heng xie – Eine Reihe Wildgänse fliegt schräg
53. huang long zhuan she – Der gelbe Drache dreht sich um
54. wu sheng zhao tian – Die fünf Heiligen grüßen den Himmel
55. xie di cang lian – Der Lotus verbirgt sich unter den Blättern
56. feng huang zhan chi – Der Phönix breitet die Flügel aus
57. bai guan zhuo shi – Der weiße Storch pickt nach dem Futter
58. yue gua song shao – Der Mond hängt im Wipfel der Kiefer
59. dao jie niu wei – Den Ochsen am Schwanz hochheben
60. tong zi bao qin – Das Kind hält die Zither in den Armen
61. xi niu wang yue – Das Rhinozeros betrachtet den Mond
62. yao zi chuan lin – Der Sperber durchfliegt pfeilschnell den Wald
63. chi long jiao shui – Der rote Drache wühlt das Wasser auf
64. feng dong fu ping – Der Wind zerstreut die treibenden Wasserlinsen
65. qi sheng kun lun – Das Qi steigt bis zum Kunlun-Gebirge auf
[eine große Entschlossenheit aufweisen]
66. cun qi kai guan – Das Qi bewahren und die [drei] Pässe öffnen
[Pässe = hier sind vermutlich 3 "Erschwernisse" bei der Qi-Führung im Du-Meridian auf der Körperrückseite gemeint: die Steißbeinspitze, zwischen den Schulterblättern und am Schädelansatz]

